Am letzten Donnerstag fand in unserer Aula die Donnerstagsdebatte statt, organisiert durch die Initiative „demokratisch miteinander leben in Güstrow“. Auf dem Podium saßen neben dem Landesbeauftragten für jüdisches Leben, Nikolaus Voss, dem Güstrower Stadtarchivar Christian Simon, einer Vertreterin von DIA.MV und Andy Haensch von der Initiative „Jüdisches Gedenken in Güstrow“ auch zwei unserer Schülerinnen und Schüler aus der Abiturstufe.
Micha und Alex stellten sich gemeinsam mit den anderen der Leitfrage: „Gestern und heute – Erinnerungskultur als Fundament der Demokratie?“ Durch die Studienfahrt nach O?wi?cim zu den Konzentrationslagern Auschwitz-Stammlager und Auschwitz-Birkenau Ende September sowie die intensive Nachbereitung im Unterricht waren sie hervorragend vorbereitet und konnten den Fragen der Moderatorin Caro von GüstrowTV eine klare, reflektierte und authentische jugendliche Perspektive entgegensetzen.
Die Aula war gut gefüllt: Neben unseren eigenen Schülerinnen und Schülern nahmen auch Jugendliche des Brinckman-Gymnasiums sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Güstrow teil.




Deutlich wurde, wie vielschichtig Erinnerungskultur heute verstanden werden muss. Die Diskussion drehte sich nicht nur um historische Fakten und die Bedeutung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch um die Verantwortung der heutigen Generation. Micha und Alex betonten, dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal eine Gedenkstätte besuchen sollte, um das damalige Geschehen besser zu verstehen und daraus Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Gerade an einem so realen Ort werde man dazu angeregt, über das eigene Handeln nachzudenken.
Auch die anderen Podiumsgäste unterstrichen, dass Erinnerungskultur ein aktiver Prozess ist: Sie lebt vom Austausch zwischen Generationen, vom Mut, Fehlentwicklungen der Gegenwart zu benennen, und von der Bereitschaft, demokratische Werte im Alltag zu verteidigen. Alle waren sich einig, dass Demokratie nur dann stark bleibt, „wenn wir als Gesellschaft bereit sind, hinzusehen, zuzuhören und uns auch unbequemen Wahrheiten zu stellen“.
Zum Abschluss wurde deutlich, wie sehr Veranstaltungen wie die Donnerstagsdebatte dazu beitragen können, Schülerinnen und Schüler zu politischer Mündigkeit zu führen. Die Begegnung verschiedener Perspektiven, das gemeinsame Nachdenken über Verantwortung und die Offenheit im Dialog machten diesen Abend besonders.