Virtuelle Buchlesung

© Barlachstadt Güstrow

„Er starb nicht für Volk und Vaterland, sondern wegen Volk und Vaterland“. Dies ist ein Zitat aus Wolfgang Paternos Buch „So ich noch lebe“. 

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus fand am 27. Januar eine virtuelle Lesung in der Uwe-Johnson-Bibliothek statt. Eingeladen wurde Wolfgang Paterno, der dem Schicksal seines Großvaters in der Zeit des Nationalsozialismus nachging. Die SchülerInnen des Deutsch-Leistungskurses bekamen im Zuge des Homeschoolings die Aufgabe, sich die virtuelle Lesung anzuschauen, zum Autor und zum Buch zu recherchieren und ihre Gedanken dazu zu formulieren.

Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Wolfgang Paterno wurde im Jahr 1971 geboren und studierte Deutsche Philologie, Geschichte und Publizistik in Wien. Seit 2005 ist er Redakteur des Nachrichtenmagazins Profil und veröffentlichte zahlreiche Artikel, beispielsweise im FALTER und in der ZEIT sowie Bücher zu geschichtlichen Themen. Sein Buch über seinen Großvater erschien vor einem Jahr, am 4. Februar 2020.  

Der Großvater ist für Wolfgang Paterno ein Unbekannter. In seinem Buch versucht er, sich durch eine Spurensuche langsam der Geschichte seines Großvaters, dem Fremden, zu nähern.  

Wolfgang Paterno stellte sein bewegendes Buch zum Schweigen der Zeitzeugen und über Mut, Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit in einer eindrucksvollen Lesung vor. Seine ruhige Stimme und die bedachten Pausen sorgten dafür, dass man dem Geschehen gut folgen konnte. 

Zum Ende der Lesung wurden dem Autor Fragen zu seinen Forschungen sowie Erfahrungen und Empfindungen gestellt.   
Zuletzt formulierte er den Rat, dass man bei diesem Thema keinen Schlussstrich ziehen solle, da dieses geschichtliche Ereignis zu wichtig für die Geschichte Deutschlands und die der künftigen Generationen sei. Das Buch lässt die Leser nicht vergessen, was vor 76 Jahren unter einem diktatorischen Regime verbrochen und gelobpreist wurde, und erinnert daran, dass der Fehler von vor bald einem Jahrhundert nicht wiederholt werden dürfe oder es werde wieder Tod, Leid und vor allem Menschen geben, die sich nicht unterdrücken lassen wollen, und „Opfer ihrer christlichen Überzeugung“ werden, wie es auf Hugo Paternos Grabstein geschrieben steht.  

Diese Lesung war eine willkommene Abwechslung des Schulalltags im Homeschooling. Nur so kann man den Text aus der Perspektive des Autors kennenlernen, einen neuen Bezug zur Literatur und Sprache herstellen und zu einem besseren Literaturverständnis kommen. Über die Form der virtuellen Lesung werden zudem mehr junge Menschen angesprochen, da das Internet mit all seinen Facetten für uns ein gängiges Instrument ist, um sich zu informieren, um zu lernen, aber auch Kultur erlebbar zu machen und Veranstaltungen zu besuchen, zu denen man aktuell nicht gehen kann. Aus diesem Grund ist zu vermuten, dass die virtuelle Lesung mit Herrn Wolfgang Paterno so ein größeres Publikum erreicht.
 

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