Die Mittelmeermonologe …

… „Menschenrechte: Minimalrechte oder Ideale?“ – zu diesem Thema arbeiteten die Jugendlichen der Abiturstufe vor der coronabedingtem Schulschließung. Der Geschichts- und Sozialkundeunterricht für die Abiturienten geht natürlich auch im „Homeschooling“ weiter. So hörten die Wombats einen Auszug aus dem Theaterstück DIE MITTELMEERMONOLOGE, welche das Theater Osnabrück online zur Verfügung stellte. Ihre Gedanken dazu verschriftlichten sie – einen Teil davon könnt ihr hier nachlesen:

„Der Satz ‚Ein Kind liegt in der Tiefkühltruhe‚  hat mich so schockiert, dass ich für eine paar Minuten pausieren musste. Ich kann pausieren, die Seite schließen und mich irgendwie ablenken, so dass ich nicht daran denken muss. Die Menschen, die so etwas miterleben oder miterlebt haben, können nicht auf Pause klicken. Selbst, wenn sie endlich einen Ort gefunden haben, wo sie nicht mehr in Gefahr sind, werden die Erinnerungen nicht einfach verschwinden.“

„Die Lebensgeschichte dieser Frau hat mich sehr berührt. Ich musste, wie auch in dem letzten Video, über die Ereignisse der Seenotrettung mit der libyschen Küstenwache, mit den Tränen kämpfen. Es ist unglaublich, wie viel Leid manche Menschen ertragen müssen und es trotzdem schaffen. Wenn ich sowas sehe oder höre, wird mir erst bewusst, wie gut wir es hier haben und wie gut ich es eigentlich habe. Mir wäre es zwar eigentlich lieber gewesen, diese Erzählung mit der Sozi-Gruppe zu hören und im Anschluss darüber zu reden. Ich denke, darüber hätten wir alle lange sprechen können und das fehlt mir sehr.“

„Die Aufteilung des gesprochenen Theaterstücks ist gelungen, durch die Erlebnisse von zwei Menschen, einer Flüchtenden und einem Retter, wirkt die Situation noch näher. Die Traumata, die diese Menschen zu bewältigen haben, sind unvorstellbar und auch vor der Flucht müssen die Menschen Unvorstellbares erleiden. Sie sind Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Intoleranz, Ungleichheit und veralteten Stereotypen ausgesetzt. Die Frauen werden für alles Schlechte verantwortlich gemacht. Oft werden sie sogar im Kindesalter beschnitten. Es ist schockierend, dass dies noch praktiziert wird, vor allem wenn es gegen den Willen der Mutter passiert. Unverständlich ist mir auch, wie Menschen mit voller Absicht andere Menschen durch Folter, Gewalt, Krieg, Sklaverei und Vergewaltigungen brechen wollen. Genauso, dass Kinder in Libyen mit der ständigen Gefahr leben müssen ermordet zu werden.“

„Oder das Naomi nicht wusste, was sie ihrer Tochter sagen sollte und dass sie nach ihrer Tochter suchte, als das Boot zerbrach und sie es nicht fand.“

„Wir leben in einer Welt voller Grauen, Krieg und Umweltzerstörung mit Idioten, Terroristen und machtgierigen Schnöseln, aber warum schaffen diese etwas zu bewegen und die große Gruppe der Gesellschaft nicht so wirklich?  Wie kann man also selbst helfen, wie kann man dafür sorgen, dass sich unser Lebensstil verändert, damit Menschen lebenswürdig leben können, wir die Umwelt nicht vollends ausbeuten und ein friedliches Miteinander ermöglicht wird? Überraschend ist, dass wir es schaffen Auto zu fahren und uns halbwegs an die Regeln halten können, so dass nicht jedes zweite Auto an der nächsten Kreuzung gerammt wird, es ist überraschend, dass es in Zeiten von Corona halbwegs gemeinsame Maßnahmen gibt, die dafür sorgen sollen, dass sich nicht in jedem Land Unmengen Menschen an diesem Virus anstecken. Wieso schaffen es die Menschen, sich in manchen Situationen zusammen zu tun und gemeinsam etwas zu bewegen und in manchen Situationen scheinen sie die Probleme auszublenden.“

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